Ratgeber

Die 5 häufigsten Fehler beim Aquafacial-Kauf (und wie Sie sie vermeiden)

Ein Aquafacial Gerät kostet zwischen 2.000 und 30.000 €. Wer hier falsch entscheidet, merkt das erst Monate später: versteckte Folgekosten, fehlende Ersatzteile oder Technologien, die Sie gar nicht brauchen. Dieser Ratgeber zeigt Ihnen die fünf häufigsten Fehler und wie Sie sie von Anfang an vermeiden.

1. Nur auf den Preis achten (Folgekosten ignorieren)

Der Anschaffungspreis steht auf dem Angebot. Was dort nicht steht: Seren kosten zwischen 15 und 80 € pro Behandlung. Aufsätze und Handstücke müssen regelmäßig ersetzt werden. Wartung fällt an. Über fünf Jahre können die Folgekosten den Kaufpreis übersteigen.

Beispiel: Gesamtkosten über 5 Jahre

KostenfaktorBudget-Gerät (3.000 €)Mittelklasse (12.000 €)
Anschaffung3.000 €12.000 €
Seren (5 Jahre)6.000–12.000 €4.000–8.000 €
Aufsätze & Handstücke2.000–4.000 €1.000–2.000 €
Wartung & Reparaturen1.500–3.000 €500–1.500 €
Gesamt (5 Jahre)12.500–22.000 €17.500–23.500 €

Das günstige Gerät kann über die Nutzungsdauer genauso teuer werden wie ein Mittelklasse-Gerät. Manche Budget-Geräte akzeptieren nur hauseigene Seren, was die laufenden Kosten deutlich erhöht.

So vermeiden Sie diesen Fehler

Fordern Sie von jedem Anbieter eine Gesamtkostenaufstellung über 5 Jahre an. Fragen Sie nach Serumverbrauch pro Behandlung, Aufsatz-Lebensdauer und Wartungsintervallen. Vergleichen Sie nicht Kaufpreise, sondern Gesamtkosten.

2. Ohne NiSV-Prüfung kaufen

Viele Studiobetreiber wissen nicht, dass bestimmte Technologien in Aquafacial Geräten unter die NiSV (Verordnung zum Schutz vor schädlichen Wirkungen nichtionisierender Strahlung) fallen. Reine Hydra-Dermabrasion ist nicht betroffen. Aber sobald Radiofrequenz (RF), Ultraschall oder bestimmte LED-Parameter ins Spiel kommen, brauchen Sie eine Fachkunde.

Was fällt unter die NiSV?

TechnologieNiSV-pflichtig?Fachkunde nötig
Hydra-DermabrasionNeinGeräteschulung genügt
Sauerstoff-InfusionNeinGeräteschulung genügt
Radiofrequenz (RF)JaEMF-Fachkunde (40 LE)
UltraschallJaUltraschall-Fachkunde (40 LE)
LED (abhängig von Parametern)TeilweisePrüfung im Einzelfall

Was passiert ohne Fachkunde?

Wer NiSV-pflichtige Technologien ohne die entsprechende Fachkunde gewerblich einsetzt, riskiert Bußgelder bis zu 50.000 €. Außerdem erlischt in der Regel der Versicherungsschutz. Im schlimmsten Fall haften Sie persönlich bei Behandlungsschäden.

So vermeiden Sie diesen Fehler

Prüfen Sie vor dem Kauf, welche Technologien im Gerät verbaut sind. Fragen Sie den Anbieter explizit: „Welche Funktionen dieses Geräts fallen unter die NiSV?" Holen Sie sich die entsprechende Fachkunde, bevor das Gerät im Studio steht. Die Schulung dauert je nach Modul 1 bis 4 Wochen und kostet zwischen 500 und 2.000 €.

3. Kein Probetermin vor dem Kauf

Ein Datenblatt sagt wenig über die Behandlungsqualität aus. Wie gut saugt das Gerät? Wie gleichmäßig verteilt es das Serum? Wie fühlt sich die Behandlung für den Kunden an? Das können Sie nur im Praxistest bewerten.

Was ein guter Probetermin beinhaltet

  • • Eine vollständige Behandlung an einem echten Kunden (nicht nur am eigenen Handrücken)
  • • Test aller Handstücke und Aufsätze, die Sie nutzen würden
  • • Bedienung des Geräts durch Sie selbst (nicht nur durch den Vertriebsmitarbeiter)
  • • Bewertung der Lautstärke, Ergonomie und Bedienbarkeit im Behandlungsalltag
  • • Beurteilung des Hautergebnisses direkt nach der Behandlung

So vermeiden Sie diesen Fehler

Bestehen Sie auf einen Probetermin, idealerweise in Ihrem eigenen Studio. Seriöse Anbieter bieten das kostenlos an. Wenn ein Anbieter keinen Testtag ermöglicht, ist das ein Warnsignal. Vergleichen Sie wenn möglich zwei bis drei Geräte im direkten Test.

4. Service und Ersatzteile nicht klären

Dieser Fehler trifft vor allem Studios, die sehr günstige Geräte ohne lokalen Vertriebspartner kaufen. Wenn das Gerät ausfällt und Sie keinen Ansprechpartner in Deutschland haben, stehen Sie vor einem Problem: Wochenlange Reparaturzeiten, teure Versandkosten ins Ausland und keine Leihgeräte.

Guter Service sieht so aus

  • + Deutschsprachiger Ansprechpartner
  • + Reaktionszeit unter 48 Stunden
  • + Leihgerät bei längeren Reparaturen
  • + Ersatzteile auf Lager in Deutschland
  • + Vor-Ort-Service oder schneller Versand

Warnsignale

  • - Nur englisch- oder chinesischsprachiger Support
  • - Reparatur nur im Herstellerland möglich
  • - Keine Angabe zur Lieferzeit für Ersatzteile
  • - Kein Service-Vertrag verfügbar
  • - Gerät muss für Wartung eingeschickt werden

So vermeiden Sie diesen Fehler

Klären Sie vor dem Kauf: Wer repariert das Gerät? Wo sitzen die Techniker? Wie schnell bekomme ich Ersatzteile? Gibt es ein Leihgerät? Ein Gerät, das zwei Wochen stillsteht, kostet Sie schnell mehr an entgangenem Umsatz als die Ersparnis beim Kauf.

5. Die falschen Technologien wählen

Mehr Technologien klingen erstmal besser. In der Praxis nutzen viele Studios nur zwei bis drei Funktionen regelmäßig. Jede zusätzliche Technologie erhöht den Preis, die Schulungskosten und die Komplexität. Gleichzeitig sollten Sie nicht zu wenig kaufen und später feststellen, dass Ihnen eine wichtige Funktion fehlt.

Welche Technologien für welches Studio?

Studio-TypEmpfohlene TechnologienOptional
Klassisches KosmetikstudioHydra-Dermabrasion, LEDSauerstoff-Infusion
Anti-Aging-StudioHydra-Dermabrasion, RF, UltraschallLED, Elektroporation
Dermatologische PraxisHydra-Dermabrasion, RF, LED, UltraschallKryotherapie
Einstieg / NebenerwerbHydra-DermabrasionLED

So vermeiden Sie diesen Fehler

Definieren Sie vor dem Kauf, welche Behandlungen Sie anbieten wollen. Sprechen Sie mit Kolleginnen, die bereits ein Aquafacial Gerät nutzen. Starten Sie lieber mit weniger Technologien und rüsten Sie später nach, statt für Funktionen zu bezahlen, die Sie nie nutzen.

Checkliste: 10 Fragen an jeden Anbieter

Bevor Sie sich für ein Gerät entscheiden, stellen Sie dem Anbieter diese zehn Fragen. Ein seriöser Anbieter beantwortet alle ohne Zögern.

Gesamtkosten: Was kostet das Gerät inklusive aller Folgekosten über 5 Jahre?

Seren: Muss ich Ihre Seren verwenden oder kann ich auch Drittseren einsetzen?

NiSV: Welche Technologien in diesem Gerät fallen unter die NiSV?

Probetermin: Kann ich das Gerät vor dem Kauf in meinem Studio testen?

Service: Wie schnell reagiert Ihr Kundendienst bei einem Defekt?

Leihgerät: Gibt es ein Leihgerät, wenn meins in der Reparatur ist?

Ersatzteile: Wo lagern Ihre Ersatzteile und wie schnell sind sie verfügbar?

CE-Zertifizierung: Hat das Gerät eine gültige CE-Kennzeichnung mit Notified-Body-Nummer?

Schulung: Ist die Geräteschulung im Preis enthalten? Vor Ort oder online?

Referenzen: Kann ich mit bestehenden Kunden sprechen, die dieses Gerät nutzen?

Häufige Fragen

Was ist der häufigste Fehler beim Aquafacial-Kauf?

Der häufigste Fehler ist, nur auf den Anschaffungspreis zu schauen und die Folgekosten zu ignorieren. Seren, Aufsätze und Wartung können über 5 Jahre mehr kosten als das Gerät selbst. Kalkulieren Sie immer die Gesamtkosten über die gesamte Nutzungsdauer.

Muss ich vor dem Kauf eines Aquafacial Geräts die NiSV beachten?

Das kommt auf die Technologien an. Reine Hydra-Dermabrasion ist nicht NiSV-pflichtig. Sobald das Gerät Radiofrequenz (RF), Ultraschall oder LED-Licht mit bestimmten Parametern nutzt, greift die NiSV. Klären Sie das vor dem Kauf mit dem Anbieter und prüfen Sie die Gerätespezifikationen.

Warum sollte ich vor dem Kauf einen Probetermin machen?

Weil sich die Behandlungsqualität zwischen Geräten deutlich unterscheidet. Ein Probetermin zeigt, wie gut Absaugung, Serumverteilung und Hautergebnis in der Praxis funktionieren. Kein Datenblatt ersetzt den Test am echten Kunden.

Sind günstige Aquafacial Geräte aus China empfehlenswert?

Nicht pauschal. Es gibt solide China-Geräte mit gültiger CE-Zertifizierung und brauchbarer Qualität. Das Problem ist oft der fehlende Service: Kein deutschsprachiger Ansprechpartner, lange Reparaturzeiten und schwer beschaffbare Ersatzteile. Prüfen Sie immer, ob es einen Vertriebspartner in Deutschland gibt.

Welche Technologien brauche ich wirklich in meinem Aquafacial Gerät?

Hydra-Dermabrasion ist die Basis und für die meisten Studios ausreichend. Sauerstoff-Infusion und LED sind sinnvolle Ergänzungen. Radiofrequenz und Ultraschall sind nur nötig, wenn Sie Anti-Aging-Treatments anbieten möchten. Mehr Technologien bedeuten höhere Kosten und mehr Schulungsbedarf.

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